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Tourismus Report 2015

Ist der Individualurlauber ein Mythos? Ist das „Ganz-anders-Reisen“ gar nicht mehr das Nonplusultra? Und wie sähe dann die Zukunft des Massentourismus aus? Das Zukunftsinstitut Deutschland untersucht in seiner aktuellen Publikation, dem Tourismus Report 2015, die neuesten Entwicklungen auf den Reisemärkten. Die Tourismusexpertinnen Susanne Eckes und Anja Kirig stellen sich dabei nicht nur den Fragen, wie Reisende von morgen ticken, sondern auch, welche Punkte dadurch für Destinationen und Marketing relevant werden.

Normtrotter oder die Sehnsucht nach dem individuellen Gleichstrom
Individualität als oberstes Reiseprinzip wird mit der kommenden Reisegeneration weniger Gewicht haben, da sind sich die beiden Expertinnen sicher. Denn Individualität ist zum Normalzustand geworden und längst kein Distinktionsmittel mehr. Mehr als das individuelle Setting zählt daher für den Reisenden der Zukunft das individuelle Erlebnis – und das kann auch in der Gruppe gewonnen werden. Etwa auf Festivals. Oder beim Meditieren auf Geschäftsreisen, wie es zum Beispiel das Jivamukti Yoga Center in Schloss Elmau ermöglicht.

360°-Marketing: Weniger Text, mehr Bild, und das bitte in Echtzeit
Ob HD oder 3D, Smartphone oder Youtube – wir leben im Zeitalter von Bildern statt Text. Erfolgreiche Werbung und Kundenansprache funktioniert heute zunehmend über visuelles Storytelling statt mit langen Textblöcken. Und die visuelle Kommunikation muss immer auch über mobile Endgeräte angeboten werden. Denn mehr als je zuvor wird situativ, ad hoc und im Ist-Zeit-Zustand entschieden. Touristiker, die immer noch auf statische Webseiten setzten, verpassen die Chance, die boomende Reisegruppe der Millenials für sich zu gewinnen, da ihr Entscheidungs-, Buchungs- und Bewertungsverhalten sich stark von dem vergangener Reisegenerationen unterscheidet.

Medical Tourism: Stiefkind der Reiseindustrie auf Wachstumskurs
Trotz des Megatrends Gesundheit kam der Medizintourismus bisher nicht aus seiner Nische heraus, war entweder im Gesundheitssektor zu Hause oder hat sich als „Wellness für Fortgeschrittene“ selbst nicht ganz ernst genommen. Dabei ermöglicht gerade die fortschreitende Globalisierung eine länderübergreifende Inanspruchnahme umfangreicher ärztlicher Behandlungen auf hohem Niveau. Für die Tourismusbranche ein Zukunftsmarkt, kann sie doch als Expertin künftig die Rolle des Strategen einnehmen, an den sich die Reisenden zuerst wenden, wenn es um die Wahl der medizinischen Reisedestination geht.

Zero Waste: Vermeiden statt Verwerten
Nachhaltigkeit im Tourismus ist auch künftig für die Reisenden ein wichtiges Thema: Mit der neuen Forderung der Konsumenten, Müll erst gar nicht entstehen zu lassen, muss sich die Tourismusbranche einer großen Herausforderung stellen. Die Autorinnen erläutern nicht nur die Aufgaben der Branche, sondern zeigen auch, welche kreativen Spielräume durch den Zero-Waste-Trend für Freizeitkonzepte entstehen.

Neben Zero Waste stellt der Tourismus Report vier weitere Trendphänomene vor, die branchenübergreifend Gewicht haben: „Dronism“ beschreibt die Einsatzfelder von Drohnen im Tourismus, „De-Curating“ die neue Lust der Verbraucher an Listen und Bewertungsportalen, der Trend „Sportivity“ das neue Grundbedürfnis der Individuen nach Bewegung, und „Quinoa-Tours“ die vielversprechende Mischung aus neuen Werten und Innovationen in den Anden-Ländern.